Hörgerät Soundbridge

Entstehung

Dank eines Forschungsstipendiums des Schweizerischen Nationalfonds konnte Prof. Dr. àWengen von 1991 bis 1993 in California, USA Weiterbildung und Forschung betreiben.

Das Projekt "Implantierbares Hörgerät", gestartet im Juli 1992 im Forschungslabor der Stanford University unter Prof. Goode wurde sehr fruchtbar umgesetzt. Der anwesende Techniker Geoff Ball entwickelte den genialen kleinen Antrieb (Transducer) als Kernstück der Soundbridge.

Im Jahr 1998 wurde an der Universität Basel die eigene Habilitationsarbeit "Basis for a semi-implantable middle ear hearing aid" publiziert.

Seither sind wir im Gebiet der implantierbaren Hörgeräte in der Schweiz mit Abstand führend. Unsere bisherigen Erfahrungen beinhalten die Vibrant Soundbridge von MedEl, das MET von Otologics, das Esteem von Envoy und das BAHA von Cochlear.

Der implantierte Teil

Implantiert wird der sogenannte VORP. Er besteht aus dem Floating Mass Transducer (FMT), dem Conductor Link (einem feinen Golddrähtchen) und dem Empfänger.

Die implantierte Komponente (VORP)
Die implantierte Komponente (VORP)

Funktion

Und so funktioniert die Soundbridge: der Empfänger (Receiver Unit) nimmt die übertragenen Daten sowie die Energie auf und moduliert das elektromagnetische Signal. Dieses Signal wird dann über den Conductor Link, eine Golddrahtverbindung, auf den Floating Mass Transducer (FMT) übertragen. Der FMT ist ein zylinderförmiges Implantat der Größe 2x1,5 mm. Die per Induktion erzeugten Schwingungen des Magneten werden auf das Außengehäuse des FMT übertragen. Diese ist über ein Koppelelement an dem langen Ambossschenkel (der Amboss ist eines der drei Gehörknöchelchen im Mittelohr) fixiert. Auf diese Weise wird eine akustisch feste Kopplung zur intakten Gehörknöchelchenkette hergestellt.

Video des Herstellers MEDEL über die Funktionsweise der Soundbridge

Die Implantation der Vibrant Soundbridge erfolgt in einer ca. 2-stündigen Operation unter Vollnarkose. Mit einem Krankenhausaufenthalt zwischen einem Tag und einer Woche muss gerechnet werden. Das operative Verfahren entspricht dabei dem einer routinemässigen Mittelohroperation. Die Heilung und ärztliche Nachuntersuchung beansprucht sechs bis acht Wochen. Wenn die Heilphase abgeschlossen ist kann im implantierten Ohr solange ein Hörgerät getragen werden, bis der Audioprozessor aktiviert wird (nach ca. sechs Wochen).

Zu diesem Zeitpunkt werden die Patienten ausgiebig audiometrisch untersucht zur Evaluation der Hörqualität. Die so erhobenen Daten werden mit den präoperativen verglichen.

Audioprozessor

Der sogenannte Audioprozessor wird äusserlich sichtbar hinter dem Ohr getragen und wird über einen Magneten, der unter der Haut liegt, fixiert. Der Audioprozessor enthält ein Mikrofon zur Aufnahme des Schallsignals, das entsprechend gefiltert und verstärkt wird. Die Signalverarbeitung erfolgt digital, d.h. die Schallwellen (das Eingangssignal) werden verstärkt, sind aber auf den Hörverlust des individuellen Patienten angepasst. Treffen die Schallwellen auf den Prozessor, werden sie als elektrisches Signal durch die Haut auf das Implantat übertragen. Der Audioprozessor enthält zusätzlich die Energieversorgung in Form einer konventionellen Hörgerätebatterie.

Der Audioprozessor
Der Audioprozessor
Audioprozessoren in verschiedenen Farben
Audioprozessoren in verschiedenen Farben
Unauffälliges Tragen des Audioprozessors
Unauffälliges Tragen des Audioprozessors

Er nimmt den Schall auf und überträgt ihn über die Haut zu dem implantierten Empfänger.

Er enthält ein Mikrofon, modernste digitale Signalverarbeitung, die Batterie und einen Magneten.

Auswirkungen auf Alltagsbeschäftigungen

Gewöhnlich wird der Audioprozessor von morgens bis abends getragen. Im Wasser muss er abgelegt werden, bei Aktivsportarten sollte der Audioprozessor mit einem Kopfband gesichert oder entfernt werden.

Ergebnisse

Bei den meisten Patienten lässt sich eine Verbesserung der Hörschwelle feststellen, vor allem im Bereich der hohen Frequenzen. Grundsätzlich berichten die Patienten subjektiv über eine bessere Hörqualität, einen natürlichen Klang und eine Verbesserung des Sprachverstehens, vor allem in Situationen mit hohem Störgeräuschanteil.

Statistik über Zufriedenheit nach dem Eingriff
Europäische Studie über die Zufriedenheit nach dem Eingriff

Voraussetzungen

  • Das Vibrant Soundbridge System ist vorgesehen vor allem für Patienten mit mittel- bis hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit  
  • wenn der Hörverlust in den hohen Frequenzen stärker ausgeprägt ist, als in den tiefen Frequenzen

Weiterhin müssen folgende Kriterien auf dem Ohr, welches mit dem Implantat versorgt wird, erfüllt sein:

  • normale Mittelohrfunktion, nachgewiesen mittels Tonaudiogramm
  • Tympanometrie, Stapediusreflex und Otoskopie
  • Sprachverständlichkeit mindestens 50% beim Pegel angenehmer Lautstärke bzw. bei 30 dB Empfindungspegel über Kopfhörer mit standardisiertem offenen Test
  • kein Hinweis auf retrocholeäre oder zentrale Störungen
  • Hörverlust stabil
  • Keine Hautveränderungen, die das Anbringen verhindern
  • realistische Erwartungen des Patienten, zudem sollen sie über eine ausreichend lange Hörgeräteerfahrung mit unbefriedigenden Hörresultaten verfügen, um den mit dem Soundbridge System eröffneten Möglichkeiten eine entsprechend positive Einstellung entgegenbringen zu können.

Praxis Prof. Dr. med. à Wengen

Ohren-, Nasen- und ästhetische Gesichtschirurgie

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