Freitag, 20. Oktober 2017   admin   

Plastische Chirurgie der Augen




Blepharoplastik: Lidstraffung



Augenfältchen, Tränensäcke und erschlaffte Augenlider verleihen dem Gesicht nicht nur ein müdes Aussehen, sondern können im Extremfall auch Gesichtsfeldeinschränkungen bewirken. Diese unschönen Veränderungen der Augenpartie gehören zum natürlichen Alterungsprozess oder sind, familiär bedingt, bereits in jungen Jahren mehr oder weniger stark ausgeprägt. Die so genannten Tränensäcke sind Fettablagerungen, welche bei manchen Personen hervortreten.

Aus den erschlafften Lidern werden überschüssige Haut und Fettgewebe entfernt. Die kleinen Schnitte werden in der natürlichen Hautfalte angelegt. Die Naht wird mit fortlaufendem Faden unter der Haut angebracht. Die ambulant durchgeführte Operation erfolgt in Lokalanästhesie.

Da es sich bei der Blepahroplastik um eine ästhetische Operation handelt, müssen die Kosten von der Patientin, dem Patienten selbst übernommen worden.


Wo führen wir die Lidstraffungen durch?


Können Lidoperationen auch mit anderen Eingriffen der Nase oder des Gesichts kombiniert werden?

Ja, sehr wohl. Oft ist es ein Teil einer ganzen Operation. Am meisten in Kombination mit einer Nasenoperation. Dies kann ein rein funktioneller Naseneingriff zur Verbesserung der Nasenatmung oder zur Reduktion von Infektionen der Nase und der Nasennebenhöhlen sein.

Die Kombination ist aus mehreren Gründen sinnvoll. Die Kosten für die Lidoperation werden für den Patienten geringer, weil der OP-Saal bereits durch den Eingriff abgedeckt ist.

  1. Geringere Kosten
  2. Nur eine Narkose
  3. Nur einen Spitalaufenthalt
  4. Nur einen Arbeitsausfall

Viele Patienten würden sich nicht spontan die Augenlider straffen lassen und dafür den obgenannten Aufwand eingehen. Als Ergänzung eines ohnehin notwendigen Eingriffs aber ist die Blepharoplastik geradezu ideal.


Wie lange dauert die Heilung nach einer Oberlidstraffung?

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell die Haut des Augenoberlids abgeheilt ist. Nur ein oder zwei Tage nach der Operation entfernen wir die Pflaster. Nach einer Woche wird der Faden gezogen. Dabei verwenden wir nur einen einzigen Faden, der unter der Haut durchgenäht wird. Es entstehen also nicht einmal Stichpunkte in der Haut.

Ein eventuell vorhandenes Hämatom (Bluterguss unter der Haut) kann aber schon 1-2 Wochen sichtbar bleiben. Dann kann eine Abdeckung mit Make-Up Paste helfen.


Und wie lange dauert die Heilung nach einer Unterlidstraffung?

Hier braucht die Heilung meist etwas länger. Das Hautgewebe ist empfindlicher und ein Hämatom ist auch etwas länger sichtbar. Oft müssen wir auch die Spannung der Weichteilgewebe des Lidrandes verstärken, damit ein Offen-Stehen des Auges vermieden werden kann. Die Abheilung kann hier also 3-4 Wochen dauern.


Wie lange dauert der Arbeitsausfall nach Augenlidoperation?

In der Regel geben wir ein Zeugnis für 2 Wochen. Bei Notwendigkeit kann dies aber auch verlängert werden. Wir haben aber schon einige Patienten gehabt, die schon nach einer Woche oder 10 Tagen wieder am Arbeitsplatz waren.


Stimmt es, dass sich immer mehr Menschen die Augen verschönern lassen?

Ja. Dies geht einher mit mehreren Entwicklungen in unserer Gesellschaft.

  • Wir werden "schönheitsbewusster"
  • Wir wollen länger jung und dynamisch aussehen. Heute ist man mit 55 oder 60 Jahren noch lange nicht "alt".
  • Gutes Aussehen ist in der Arbeitswelt und in unserer Privatwelt sehr wichtig. Es ist wissenschaftlich belegt, dass schöne Menschen bessere Jobs und bessere Verdienstmöglichkeiten erhalten als weniger schöne.
  • Hängende Augenlider geben uns einen müden Gesichtsausdruck, obwohl wir gar nicht müde sind. Viele Patienten kommen genau mit diesem Wunsch zu uns: "Nicht mehr so müde auszusehen"
  • Der Eingriff ist standardisiert und nicht gefährlich. Und er kann bei Bedarf wiederholt werden.
  • Die Kosten einer Blepharoplastik liegen tiefer als für eine Schönheitsoperation der Nase.

Wie lange hält eine Augenlidstraffung an? Wann kann sie wiederholt werden?

In der Regel bleibt die Haut der Augenlider während gut 10 Jahren straff. Eine Wiederholung der Lidoperation kann also nach 10 bis 15 Jahren durchgeführt werden. In seltenen Fällen mit sehr schwacher Bindehaut des Unterhautgewebes kann dies eventuell schon früher wieder notwendig sein. Es ist aber immer der Patient, der die Indikation zum Eingriff stellt. Wir stehen höchstens beratend bei.


Welche Art von Anästhesie braucht es für Augenlidoperationen?

In der Regel genügt eine Lokalanästhesie mit einer Spritze.

Wenn jemand ängstlich ist kann ein Dämmerschlaf durchgeführt werden. Die Kosten sind aber etwas höher.

Vollnarkosen sind fast nie notwendig. Ideal ist allerdings die Kombination einer Lidstraffung mit einem anderen Eingriff in Narkose (s. oben).


Wo liegen die Grenzen der Möglichkeiten für Lidstraffungen?

Wie bei jeder verantwortungsvollen Chirurgie dürfen auch bei den Lidstraffungen gewisse Grenzen nicht überschritten werden. Insbesondere das Ausmass der Hautentfernung muss sorgfältig begrenzt werden.

Bei den Oberlidern könnte bei zu viel Hautentfernung das Auge nicht mehr vollständig geschlossen werden. Dies könnte zu Problemen der Hornhaut und dort insbesondere zu vermehrter Trockenheit führen. Selbstverständlich muss dies vermieden werden.

Bei den Unterlidern könnte ein Zuviel an Hautentnahme einen Zug an der Lidkante verursachen. Ein Teil der Bindehaut des Augapfels wäre so nicht mehr in Kontakt zum Lid: ein rotes Auge wäre die Folge. Im Extremfall würde dies in einem Überlaufen der Tränen im seitlichen Teil des Auges und damit zu Tränenlaufen über die Wange enden. Um dies zu vermeiden straffen wir in der Regel die untere Lidkante durch eine Naht, die seitlich an der Orbita (Augenhöhle) fixiert wird.

Dank vorsichtiger Operationstechnik lassen sich die obgenannten Risiken aber vermeiden.